pellegrino

Holger Faust-Peters, Ute Faust, Sofia Diniz

Eine Pilgerreise mit ungewissem Ausgang: Wie wird Musik des 16. Jahrhunderts klingen auf diesen wunderbaren Instrumenten, die mit reinem Darm bespannt sind? Welche Musik lässt sich noch finden, welche ist in dieser Besetzung überzeugend? Wie vokal gedachte Musik instrumental so spielen, dass sie Sinn stiftet? Diese Fragen brachten uns 3 Musiker 2015 zusammen, nachdem wir bereits in anderen Ensembles reichlich Erfahrung mit Renaissancemusik, auch mit barocker und mittelalterlicher, gemacht hatten.

Als um 1500 die Viola da gamba als neumodisches Streichinstrument Verbreitung fand, dauerte es nicht lange, bis das Gamben- Consort zu einer der beliebtesten Besetzungen wurde – und das europaweit. Hell und klar in den hohen Registern, erdig und kraftvoll in den Bässen, ergeben die Gamben der ersten Generation einen einmaligen Klang, der sich in unserem Programm mit Werken aus England, Deutschland, Spanien, Italien und Portugal heute wieder neu entfaltet. Im 16. Jahrhundert sind besonders die Werke der niederländischen Schule herausragend, die sich unter anderem in der umfangreichen und wundervoll gestalteten Musiksammlung, dem „Album de Marguerite d‘ Autriche“ von ca. 1520 finden. Die Musik vieler anonymer Komponisten, aber auch namhafter Meister wie Josquin des Prez sind in diesem prachtvollen Manuskript verewigt.

Das Ensemble spielt auf insgesamt 3 Instrumenten des Kölner Gambenbauers Michael Pilger nach der erhaltenen Diskantgambe von Maria da Brescia um 1560 sowie auf einer Gambe von Christian Brosse.